Heibel-Ticker Podcast
Herzlich willkommen im Heibel-Ticker Podcast! Hier gibt Ihnen Stephan Heibel, erfahrener Börsenexperte und Herausgeber des beliebten Heibel-Ticker Börsenbriefs, fundierte Analysen und verständliche Einblicke in die Welt der Aktien, Börse und Aktienmärkte. Ob Quartalszahlen, aktuelle Marktbewegungen oder konkrete Investmentideen – Sie erfahren, was die Börse bewegt und wie Sie davon profitieren können. Ideal für Privatanleger, die ihr Wissen erweitern und fundierte Entscheidungen treffen möchten, um Ihr Portfolio noch weiter zu optimieren.
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KI-Rallye erhält durch alte Nvidia-GPUs neuen Schub, Ölpreis bleibt moderat
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Die Vermietung alter Nvidia-A100-Ge-Pe-Us durch CoreWeave bis 2029 zu aktuellen Preisen bestätigt eine längere Nutzungsdauer von KI-Infrastruktur, wie sie auch Microsoft mit der Verlängerung der Abschreibungsdauer auf 25 Jahre signalisiert. Intel sammelt mit einer Kapitalerhöhung bis zu 20 Mrd. US-Dollar ein, die größte seit 1971. TSMC erhöht die Investitionen auf 60 bis 64 Mrd. US-Dollar. CoreWeave, Nebius, Lumentum und SuperMicro liefern nach starken Zahlen Kursgewinne, Cisco und Cerebras bleiben zurück. Der Nasdaq erreicht ein neues Allzeithoch.
Beim Ölpreis erklärt die begrenzte Raffineriekapazität, warum der Preis trotz der Kriege in Russland und im Nahen Osten nicht stärker steigt. Ukrainische Drohnenangriffe legen Teile der russischen Kapazität lahm, iranische Anlagen sind ebenfalls betroffen. Die Folge sind steigende Diesel- und Benzinmargen bei moderatem Rohölpreis.
Ein Gespräch mit Sentiment-Experte Joachim Goldberg ordnet die neutrale Anlegerstimmung ein. Ergänzend geht es um die geplante Anthropic-Börsennotierung mit einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar, Portfolio-Updates sowie Leserfragen zu Puma, Heidelberger Druckmaschinen, Tonies und Bitcoin-Minern.
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Moin aus Hamburg. –
Willkommen beim Heibel-Ticker Podcast. Schön, dass Sie dabei sind. –
Erfahrene Zuhörer, die das Intro schon kennen, können rund dreißig Sekunden vorspringen. –
Für alle anderen – hier gibt's für Privatanleger jede Woche den Überblick über die wichtigsten Themen unserer Heibel-Ticker-Ausgabe. Mit fundierten Marktanalysen und Börseneinschätzungen. –
Gelesen von einer Ka-I-generierten Stimme, die wir Schritt für Schritt optimieren, damit sie natürlicher klingt. –
Da die Erstellung der Wochenausgabe freitags oft mehr als zehn Stunden dauert und meist bis in den Abend reicht, spare ich mir das anschließende Vorlesen. –
So bleibt mehr Zeit für die Recherche und die inhaltliche Arbeit. –
Und jetzt geht's direkt in die aktuelle Ausgabe. –
Liebe Börsenfreunde, –
Es war für uns die einmalige Gelegenheit, unsere eigenen Erfahrungen aus unserer Sentiment-Umfrage animusX mit dem deutschen Sentiment-Papst abzugleichen. Joachim Goldberg brachte die Sentiment-Idee – die in den Ju-Es-A geboren wurde – neunzehnhundertsiebenundneunzig nach Deutschland und schrieb Bücher über Behavioural Finance, den wissenschaftlichen Hintergrund für die Sentiment-Theorie. –
Aus seinem Erfahrungsschatz erzählte er, wie sich die Stimmung unter Anlegern während des Platzens der Internet-Blase nach zweitausend entwickelte, und wies darauf hin, dass wöchentliche Veränderungen im Sentiment wichtiger sind als die absoluten Werte. Auch zum Corona-Crash gab er interessante Einblicke. –
Diese Woche wurde die Ka-I-Rallye weiter angeheizt. Außerdem notiert der Ölpreis erstaunlich niedrig, wenn wir uns die Situation im Nahen Osten anschauen. In Kapitel zwei erkläre ich, was der Ka-I-Rallye neuen Auftrieb gab sowie auch den Grund für den niedrigen Ölpreis. –
Unser Anlegersentiment ist den Umständen entsprechend neutral – die hohe Selbstzufriedenheit ist gepaart mit einer gesunden Zukunftsskepsis. Was dies für die Aktienmarktentwicklung der kommenden Wochen bedeutet, analysiere ich in Kapitel drei. –
Anthropic geht an die Börse. Im Oktober soll das Unternehmen zu zwei Billionen Ju-Es-Dollar an den Markt gebracht werden. In Kapitel vier gebe ich eine erste Einschätzung zu den bislang bekannten Zahlen. –
Der Zahlenreigen flaute diese Woche etwas ab. Nur ein Unternehmen aus unserem Portfolio veröffentlichte diese Woche Zahlen – solide Zahlen, wie Sie in Kapitel fünf in den Updates lesen können. –
Die heutigen Leserfragen beschäftigen sich mit einer ganzen Reihe von Fragen zu Einzeltiteln. Wurde bei Puma der Ausstieg verpasst? Ist Heidelberger Druckmaschinen ein Turnaround-Kandidat? Wie ist das junge Börsenunternehmen Tonies mit seinen Kinderspielsachen zu bewerten? Daneben wurde ich auch zu allgemeinen Themen befragt. Wie sollte man als Neukunde in das Heibel-Ticker Portfolio einsteigen? Wie verkleinert man sein Portfolio, wenn man zu viele Positionen hat? Und was bedeutet eigentlich die Migration vieler Bitcoin-Miner in die Ka-I-Welt für den Bitcoin? Meine Antworten dazu lesen Sie in Kapitel sechs. –
Natürlich gibt es wie immer in Kapitel sieben eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker Portfolio. –
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre – Teik Scheer, Ihr Börsenschreibel. –
Stephan Heibel, Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs. –
Zwei Schlüsselereignisse springen diese Woche ins Auge, die ich als Ursache für die Marktbewegungen in der abgelaufenen Woche verantwortlich mache: CoreWeaves Vermietung alter Rechner trieb die Ka-I-Rallye neu an, und in Mitleidenschaft gezogene Raffinerien verhindern eine Ölpreisrallye. –
Diese Woche gab der Tse-E-O von CoreWeave, Michael Intrator, bekannt, dass sein Unternehmen alte Nvidia-Ge-Pe-Us der Generation A100 bis einschließlich zweitausendneunundzwanzig vermietet hat. Diese Chips wurden bereits im Jahr zweitausendzwanzig vorgestellt, und mit ihrer Leistung gelang zweitausendzweiundzwanzig der Durchbruch in der Ka-I – Ende zweitausendzweiundzwanzig wurde Tschätt-Dschi-Pi-Ti vorgestellt. Der Mietpreis, der von CoreWeave aufgerufen wurde, ist so hoch, als hätte man die Chips erst heute neu gekauft. –
Damit bestätigt Intrator die Behauptung, die vor wenigen Wochen von Microsoft aufgestellt wurde. Microsoft entschied sich nämlich vor zwei Wochen, Ka-I-Rechenzentren nicht mehr über fünfzehn, sondern über fünfundzwanzig Jahre abzuschreiben, da deren Wert langsamer abnimmt als der Wert von herkömmlichen Rechenzentren. –
Diese Erkenntnis ist sehr wichtig für die Ka-I-Investitionen der Hyperscaler und auch für Nvidia und die gesamte Ka-I-Infrastruktur. Denn getätigte Investitionen können länger genutzt werden, liefern also länger einen Ergebnisbeitrag als bislang gedacht. Schauen wir also mal ein kleines bisschen in die Details, warum das so ist. –
Eine luftgekühlte A100-Ge-Pe-U von Nvidia, erste Generation, zieht sechs Komma fünf Kilowatt Strom und passt bequem in ältere Rechenzentrumshallen, die auf rund zwanzig Kilowatt pro Einheit – Rack – ausgelegt sind. Nvidias aktuelle GB200-Ge-Pe-U und GB300-NVL72-Racks ziehen hundertvierzig Kilowatt und verlangen Direct-to-Chip-Flüssigkühlung, also etwa das Sechsfache dessen, was jene alten Anlagen liefern und abführen können. Das knappe, langlebige Gut ist also die bestromte und gekühlte Hülle, nicht der Chip. Alte Ge-Pe-Us halten ihren Preis, solange die Elektrizität der Flaschenhals ist. Inferenz, Feintuning, Embeddings und Batch-Jobs benötigen keine Hochleistungs-Ge-Pe-Us, sondern können problemlos auf den alten Chips laufen. –
Vor diesem Hintergrund wurde die Kapitalerhöhung von Intel – eine Zweitplatzierung von Aktien zu fünfundneunzig Ju-Es-Dollar – mit einem Volumen von zunächst fünfzehn, am Ende dann zwanzig Milliarden Ju-Es-Dollar von Anlegern gierig aufgeschnappt. Es handelt sich um die größte Kapitalerhöhung Intels seit neunzehnhunderteinundsiebzig, also seit über fünfzig Jahren. Als Begründung gab Tse-E-O Lip-Bu Tan die „beispiellose Ka-I-Nachfrage" an, für die Intel auf amerikanischem Kontinent neue Fertigungskapazitäten baut. –
Die taiwanesische Te-Es-Emm-Ce zog umgehend nach und hob die angekündigten Investitionen auf sechzig bis vierundsechzig Milliarden Ju-Es-Dollar an. Auch hier lesen wir klar das Signal, dass Ka-I-Investitionen auf eine langfristige Nachfrage stoßen werden. –
CoreWeave legte auch Q-Zahlen vor. Der Umsatz verdoppelte sich, die Gewinnmarge kletterte weiter an. Skeptiker warnen seit Jahren vor zu hohen Investitionen in dieser Branche, doch eins ums andere werden jegliche Erwartungen übertroffen, die Investitionsgeschwindigkeit nimmt weiter zu. Die Aktie von CoreWeave kletterte in einer Reaktion auf diese Meldungen um zwanzig Prozent an. –
Auch Nebius, Wettbewerber von CoreWeave, legte ähnlich gute Zahlen vor, und auch die Aktie von Nebius kletterte deutlich nach oben – plus siebzehn Prozent. Lumentum liefert optische Komponenten für Nvidias Ka-I-Systeme. Das Unternehmen meldete ebenfalls eine Umsatzverdopplung bei einer Gewinnmarge von fünfzig Prozent. SuperMicro vermeldete eine Gewinnmarge von siebzehn Komma fünf Prozent und hob die Jahresprognose an. All diese Aktien sprangen nach den Zahlen kräftig an. Es zeigt sich, dass diejenigen Unternehmen, die einen Flaschenhals beim Ka-I-Ausbau bedienen, ihre Preissetzungsmacht nutzen können und dadurch überraschend gute Zahlen lieferten. –
Auf der anderen Seite stehen Cisco und Cerebras, ebenfalls zwei Anbieter von Ka-I-Komponenten. Doch Ciscos Netzwerkkomponenten sind zwar gefragt, aber nicht konkurrenzlos. Trotz achtzehn Prozent Umsatzplus bleibt die Gewinnentwicklung hinter den Erwartungen zurück. Auch der Ausblick enttäuschte, die Aktie brach um vier Prozent ein. Cerebras, Anbieter von optimierten Ka-I-Ge-Pe-Us, konnte den Umsatz vervierfachen. Dennoch brach die Aktie um sechzehn Prozent ein, da sich das Unternehmen im Preiswettbewerb gegen Nvidia, Alphabet, Amazon und Broadcom sieht. –
Also ja, die Ka-I-Rallye ist noch lange nicht zu Ende. Aber inzwischen selektieren Anleger genauer, welche Aktien sie ins Depot holen, und welche Unternehmen vielleicht einem steigenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind. CoreWeave lieferte zumindest für die Nutzungsdauer der Ka-I-Infrastruktur nochmals wertvolle Argumente, so dass diese Woche zusätzlich noch jede Menge anderer Ka-I-Aktien anstiegen und den Näsdäck auf ein neues Allzeithoch führten. –
Gestern erreichte mich eine Erklärung dafür, warum der Ölpreis trotz des verheerenden Kriegsverlaufs im Iran nicht schon längst höher steht. Die kurze Antwort: Weil mehr Öl gefördert wird, als verarbeitet werden kann. –
Weltweit stehen rund hundertdrei Komma acht Millionen Fässer Raffineriekapazität pro Tag einer Förderung von gut hundert Millionen Fässern gegenüber. China achtzehn Komma acht Millionen Fässer pro Tag, die Ju-Es-A achtzehn Komma zwei Millionen, Russland sechs Komma sieben Millionen, Indien vier Komma neun Millionen und Südkorea mit drei Komma sechs Millionen Fässern pro Tag. Nur gut ein Zehntel wird je in Europa und im Nahen Osten verarbeitet. Das Kapazitätswachstum der letzten zwei Jahrzehnte fand fast ausschließlich in China, Indien und dem Nahen Osten statt, während Europa und Japan abbauen. –
Schauen wir mal auf die Weltregionen, in denen derzeit Krieg herrscht. Der Nahe Osten kommt auf rund elf Millionen Fässer pro Tag, also etwa elf Prozent der Weltkapazität. Größter Raffineur der Region ist Saudi-Arabien – drei Komma zwei Prozent –, gefolgt von Iran – zwei Komma vier Prozent – und Irak. Russland hält mit sechs Komma sieben Millionen Barrel pro Tag etwa sechs Komma fünf Prozent der Weltkapazität. –
In Russland hat die ukrainische Drohnenkampagne der vergangenen Monate massiv gewirkt. Alle elf größten russischen Raffinerien wurden inzwischen getroffen. Der ukrainische Generalstab beziffert die lahmgelegte Kapazität auf knapp dreiundvierzig Prozent, die konservativere I-E-A spricht von mehr als zwanzig Prozent. Wir können also davon ausgehen, dass in Russland zwischen eins Komma vier und zwei Komma neun Millionen Barrel pro Tag weniger Öl raffiniert werden kann – sagen wir, etwa ein Drittel der ursprünglichen Kapazitäten sind betroffen. Benzinrationierungen im eigenen Land sind derzeit bereits die Folge. –
Der Irankrieg weitet sich auf die Golfregion aus. Irans eigene Raffineriekapazität wurde um rund siebzig Prozent reduziert, also etwa eins Komma acht Millionen Fässer pro Tag. Durch iranische Vergeltungsschläge waren zwischenzeitlich laut I-E-A mehr als drei Millionen Fässer pro Tag Golf-Raffineriekapazität außer Betrieb. Ein Großteil der Golf-Kapazität lief nach dem – vermeintlichen – Friedensschluss im Juni wieder an, Irans Schäden sind struktureller. –
Unterm Strich haben beide Kriege in der Spitze also grob fünf bis sieben Prozent der weltweiten Raffineriekapazität aus dem Markt genommen. Das erklärt, warum Diesel- und Benzinmargen deutlich stärker reagieren als der Rohölpreis selbst. –
Der Ölpreis stieg also durch den Iran-Krieg zwischenzeitlich von sechzig auf hundertzwanzig Ju-Es-Dollar pro Fass, notiert heute aber bei nur achtzig bis fünfundachtzig Ju-Es-Dollar pro Fass. Der Grund: Nicht die Straße von Hormus ist der Flaschenhals, sondern die Raffinerkapazitäten. Gas kann im Gegensatz dazu direkt und ohne Raffinerien verwertet werden. Der Gaspreis in den Ju-Es-A, die ihr eigenes Gas haben, notierte vor dem Irankrieg bei dreißig Ju-Es-Dollar. In Europa kletterte der Gaspreis von siebenundzwanzig auf aktuell sechzig Ju-Es-Dollar. –
Wenn Sie sich jetzt noch wundern, warum Donald Trump nur halbherzig gegen die russische Schattenflotte vorgeht, dann sollten Sie die obigen Absätze bitte ein zweites Mal lesen. Raffinerien sind der Engpass, und wenn die Ukraine russische Raffinerien angreift, klettert der Preis für verarbeitete – raffinierte – Ölprodukte wie Diesel und Benzin. Wenngleich also viele beim Betrachten der Ölpreisentwicklung Entwarnung für die Inflationsentwicklung geben, so sehen diese Marktbeobachter offensichtlich nicht den inflationären Effekt, der sich tatsächlich durch den Benzin- und Dieselpreis ergibt. –
Oder andersherum ausgedrückt: Plötzlich hat die Ukraine ein Druckmittel gegen Donald Trump, denn der möchte gar nicht, dass die russischen Raffinerien ausgeschaltet werden. Um die Ukraine davon abzubringen, wird Trump die Ukraine vielleicht doch wieder stärker unterstützen müssen. –
Im Iran-Krieg wurden bereits zweihundert Patriot-Abfangraketen eingesetzt – zweitausendfünfundzwanzig waren es insgesamt hundertfünfzig. Etwa die Hälfte der Patriot-Bestände ist aufgebraucht, bei anderen Raketensystemen rund ein Drittel. Damit kann Donald Trump nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Gleichzeitig stehen die Ju-Es-A vor einem längerfristigen Wiederaufbau ihrer Arsenale, der langfristige Nachfrage für die Rüstungsindustrie bedeutet. Wenn wir unsere vor einer Woche vorgestellte Alzchem vor diesem Blickwinkel betrachten, dürfen wir im Geschäftsbereich Schießpulver mit einer positiven Überraschung rechnen. –
Ich hoffe, die Einblicke heute waren hilfreich für Sie. –
Mehr Details finden Sie wie immer auf heibel-ticker Punkt d e. –
Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht. –
Und nächste Woche gibt's die nächste Folge – bis dahin. –