Heibel-Ticker Podcast

KI-Rallye unter Druck SpaceX-IPO und Milliardenbedarf bremsen

Stephan Heibel Season 2026 Episode 23

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Die KI-Rallye steht vor einer neuen Bewährungsprobe. Während zahlreiche Technologiewerte weiterhin von der künstlichen Intelligenz profitieren, geraten die Erwartungen der Anleger zunehmend unter Druck. Auslöser sind enttäuschende Kursreaktionen auf starke Quartalszahlen bei Unternehmen wie Broadcom und CrowdStrike sowie eine spürbare Rotation von Kapital aus den großen KI-Gewinnern in andere Marktsegmente.

Im Mittelpunkt der Ausgabe steht der bevorstehende Börsengang von SpaceX. Mit einem geplanten Emissionsvolumen von 75 Milliarden US-Dollar könnte es der größte IPO der Börsengeschichte werden. Gleichzeitig werfen die geringe Zahl frei handelbarer Aktien, mögliche Kursexzesse und die schrittweise Freigabe weiterer Anteile wichtige Fragen für Anleger auf. Hinzu kommen weitere Milliardenprojekte wie die erwarteten Börsengänge von Anthropic und OpenAI sowie neue Kapitalmaßnahmen großer Technologiekonzerne.

Darüber hinaus beleuchtet Stephan Heibel die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Ölpreis und Börsen, aktuelle Entwicklungen bei DAX-Unternehmen, die Zinsperspektiven von EZB und US-Notenbank sowie den deutlichen Rückgang beim Bitcoin. Abschließend werden die Aktien Circle Internet Group und Nebius analysiert – zwei Unternehmen, die von langfristigen Trends rund um Stablecoins, KI-Infrastruktur und Rechenzentren profitieren könnten.

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Moin aus Hamburg. –

Willkommen beim Heibel-Ticker Podcast. Schön, dass Sie dabei sind. –

Erfahrene Zuhörer, die das Intro schon kennen, können rund dreißig Sekunden vorspringen. –

Für alle anderen: Hier gibt es für Privatanleger jede Woche den Überblick über die wichtigsten Themen unserer Heibel-Ticker-Ausgabe – mit fundierten Marktanalysen und Börseneinschätzungen. –

Gelesen von einer KI-generierten Stimme, die wir Schritt für Schritt optimieren, damit sie natürlicher klingt. –

Da die Erstellung der Wochenausgabe freitags oft mehr als zehn Stunden dauert und meist bis in den Abend reicht, spare ich mir das anschließende Vorlesen. –

So bleibt mehr Zeit für die Recherche und die inhaltliche Arbeit. –

Und jetzt geht es direkt in die aktuelle Ausgabe. –

Kapitel eins: Info-Kicker – SpaceX geht nächste Woche an die Börse.

Liebe Börsenfreunde,

*** HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***

Sie, liebe Heibel-Ticker-Mitglieder, schlagen bis Montagabend Titel vor, die ich in die Auswahlliste übernehmen soll. Die fünf Titel, die am häufigsten vorgeschlagen wurden, schaffen es in die Abstimmung.

Am Dienstag schicke ich die Vorschlagsliste an alle Heibel-Ticker-Plus-Mitglieder, und Sie können bis Dienstagabend direkt in der E-Mail Ihren Wunschkandidaten anklicken. Die Aktie mit den meisten Stimmen wird dann von mir analysiert und im folgenden Heibel-Ticker vorgestellt.

Mein Ziel ist es, Ihren aktuellen Wunsch zeitnah zu erfüllen. Interaktiver geht es nicht, oder?

Über diesen Link können Sie ab sofort Ihre Vorschläge eingeben. Bitte jeder nur ein Kreuz.

heibel-ticker Punkt d e slash member slash wunschanalyse

*** ENDE HEIBEL-TICKER WUNSCHANALYSE ***

Eine weitere Woche mit heftigen Kurssprüngen in Einzeltiteln liegt hinter uns. Die Indizes zeigen die Hektik, die sich inzwischen einstellt, kaum.

Google holte sich achtzig Milliarden Ju-Es-Dollar über die Börse. SpaceX wird nächste Woche fünfundsiebzig Milliarden Ju-Es-Dollar einnehmen.

Wir dürfen uns auf einen Sommer einstellen, in dem viel Geld gesucht wird. Was das bedeutet und wie sich die KI-Revolution vor dem Hintergrund des Auf und Abs im Iran-Krieg entwickelt, erläutere ich in Kapitel zwei.

Trotz des Hin und Hers an den Aktienmärkten zeigt unsere Sentiment-Umfrage eine erstaunlich bullische Positionierung der Anleger an, während der Optimismus schwindet. Eine gefährliche Mischung.

In Kapitel drei analysiere ich, was dies für die kommenden Wochen bedeutet.

Der heutige Ausblick in Kapitel vier bleibt kurz. Die wesentlichen Entscheidungen habe ich in den unzähligen – na okay, ich habe gezählt: x – Updates begründet, die ich im Verlauf der Woche verfasste. Alle Updates sind in Kapitel fünf abgedruckt.

Gestern Abend regnete es, und ich fand die Zeit und Muße, alle offenen Leserfragen zu bearbeiten. Zehn davon habe ich in Kapitel sechs eingebunden, damit Sie nachvollziehen können, welche Themen andere Heibel-Ticker-Mitglieder beschäftigen.

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über den aktuellen Stand unseres Heibel-Ticker-Portfolios in Kapitel sieben.

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre.


take share – Ihr Börsenschreibel.

Stephan Heibel.

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker-Börsenbriefs.

Kapitel zwei: So tickt die Börse – KI-Rallye holt Luft, Kapitalbedarf gigantisch.

Wird der Markt in den kommenden Wochen gleichzeitig die Korrektur überzogener Erwartungen bei den KI-Gewinnern und die heranrollende Flut neuer Aktien aus den großen Börsengängen verdauen können?

Auslöser der KI-Turbulenzen waren zwei Quartalsberichte, die für sich genommen gut waren und trotzdem abgestraft wurden.

Broadcom, der Entwickler der Nvidia-Konkurrenzprodukte für Google und Amazon, steigerte den Umsatz um achtundvierzig Prozent, verfehlte aber die hochgesteckten Erwartungen und hob – das war der entscheidende Punkt – die KI-Umsatzprognose für zweitausendsechsundzwanzig und zweitausendsiebenundzwanzig nicht an.

Die Aktie brach gestern um fünfzehn Prozent ein.

CrowdStrike, Wettbewerber unserer Heibel-Ticker-Aktie Palo Alto, traf es ähnlich. Trotz angehobener Jahresprognose gab die Aktie zehn Prozent nach.

Die Wachstumsstorys sind intakt, aber die Erwartungen sind den fulminanten realen Entwicklungen davongelaufen.

In den Sog gerieten auch Micron und Marvell. In Frankfurt traf es Infineon.

Das eigentlich Bemerkenswerte spielte sich unter der Oberfläche ab.

Während die Nasdaq am Donnerstag praktisch unverändert schloss, sprang der Dow Jones um eins Komma sieben Prozent auf ein neues Rekordhoch von einundfünfzigtausendfünfhundertzweiundsechzig Punkten – getragen von Gesundheits-, Finanz- und Telekomwerten.

Der S-P-fünfhundert hielt sich mit einem Plus von null Komma vier Prozent bei siebentausendfünfhundertvierundachtzig Zählern.

Das Kapital floss aus den heißgelaufenen Tech-Titeln in genau jene Bereiche, die zuvor vernachlässigt wurden.

Besonders sichtbar wurde das bei der totgesagten Software.

SAP mit plus acht Prozent führte die DAX-Gewinner an. In den USA kehrten Salesforce, ServiceNow und Adobe zurück.

Die These dahinter, die auch Nvidia-Chef Jensen Huang bei seiner Keynote auf der G-T-C in Taiwan stützt: KI-Agenten töten die Software nicht, sondern steigern deren Nutzung.

Und selbst die vermeintliche Old Economy entpuppt sich bei näherem Hinsehen als KI-Spiel.

Hewlett Packard Enterprise verzeichnete mit einem Plus von fünfundzwanzig Prozent den besten Tag der Firmengeschichte, getrieben von der Server-Nachfrage.

Marvell schoss um zweiunddreißig Prozent nach oben, nachdem Jensen Huang den Wert zum nächsten Billionen-Dollar-Kandidaten erklärt hatte. Das würde eine Vervierfachung des Kurses bedeuten.

Arm Holdings steht seit Ende April über einhundertvierzig Prozent im Plus, beflügelt vom neuen Arm-basierten P-C-Chip, den Nvidia auf der Computex vorstellte.

Damoklesschwert Angebotsschwemme. …

Wir sehen heftige Kursbewegungen – sowohl nach oben als auch nach unten.

Hinter der Rotation steckt aber noch ein tieferer, struktureller Grund. Und der wird die kommenden Wochen prägen.

Drei Mega-Börsengänge stehen an: SpaceX, Anthropic und OpenAI.

SpaceX macht den Anfang schon in der kommenden Woche, und Gründer sowie CEO Elon Musk wirbelt die Broker bereits kräftig durcheinander.

Statt einer Preisspanne legt er den Ausgabepreis direkt auf einhundertfünfunddreißig Ju-Es-Dollar fest.

Er möchte damit fünfundsiebzig Milliarden Ju-Es-Dollar einsammeln.

Die Bewertung läge bei eins Komma siebenundsiebzig Billionen Ju-Es-Dollar.

Damit wäre SpaceX auf einen Schlag das siebt- bis achtwertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt – und der größte Börsengang der Geschichte.

Ich möchte hier eine Warnung aussprechen.

Nur vier Prozent der Aktien werden beim I-P-O ausgegeben.

Damit erfüllt dieser Börsengang gleich zwei sich widersprechende Superlative.

Auf der einen Seite handelt es sich mit fünfundsiebzig Milliarden Ju-Es-Dollar um den größten Börsengang der Geschichte.

Auf der anderen Seite ist SpaceX so groß, dass trotz der gewaltigen Summe nur vier Prozent der Aktien ausgegeben werden.

Normalerweise geht man mit zwanzig Prozent der Aktien in den I-P-O. Bei nur zehn Prozent spricht man bereits von Salamitaktik.

SpaceX führt diese Salamitaktik ins Extrem.

Das führt dazu, dass die Nachfrage nach neuen Aktien – die exorbitant groß sein wird – nicht befriedigt werden kann.

Fonds erhalten weniger Aktien zugeteilt, als sie haben wollen, und müssen anschließend über die Börse die fehlenden Anteile hinzukaufen.

Index-Zertifikate müssen sofort SpaceX im entsprechenden Verhältnis kaufen, in dem dieser gigantische Konzern in den Index aufgenommen wird.

Man hat übrigens dafür die Index-Regeln geändert.

Eigentlich müssen Aktien mindestens sechs Monate gehandelt werden, bevor sie in einen Index aufgenommen werden können.

Und es wird unzählige Kleinanleger geben, die einfach nur ein paar Aktien von SpaceX haben wollen, um dabei zu sein.

Gerade diese Kleinanleger sind gefährlich.

Sie geben ihre Kauforders häufig unlimitiert auf, sodass der Kurs mangels Angebot im Verlauf des I-P-O-Tages irgendwann bei geringen Handelsumsätzen willenlos nach oben getrieben wird.

Einige Börsianer rechnen mit einer Rallye am ersten Tag, die den Marktwert von SpaceX bis auf vier Billionen Ju-Es-Dollar treiben könnte.

Vier Billionen Ju-Es-Dollar für ein Unternehmen, das hohe Verluste erwirtschaftet.

Diejenigen, die über den Börsengang Papiere zugeteilt bekamen, werden sich dann über einen hübschen Gewinn freuen können.

Doch das werden die wenigsten sein.

Wer am I-P-O-Tag über die Börse kauft, wird meiner Einschätzung nach sehr lange warten müssen, bis seine Position die von mir erwarteten Verluste der kommenden Monate ausgleichen wird.

Denn im I-P-O-Prospekt werden die Sperrfristen aufgelistet.

Früher als üblich werden diesmal große Stückzahlen freigegeben, sodass in den kommenden sechs Monaten insgesamt vierzig Prozent aller Aktien über die Börse handelbar sind.

Das bedeutet, dass alle zwei bis drei Wochen weitere fünfundsiebzig Milliarden Ju-Es-Dollar – bei höherem Kurs entsprechend mehr – Anlegerkapital angelockt werden müssen.

Der größte I-P-O der Geschichte wird sich also in den kommenden sechs Monaten alle zwei bis drei Wochen wiederholen.

Dazu kommt Alphabets überraschende Kapitalerhöhung dieser Woche über achtzig Milliarden Ju-Es-Dollar zur Finanzierung des eigenen KI-Ausbaus, an der sich Berkshire Hathaway mit zehn Milliarden beteiligt.

Völlig überraschend zog Alphabet in den vergangenen Tagen die größte Zweitplatzierung von Aktien durch, die es jemals gab.

Der Appetit der Anleger war so groß, dass letztlich sogar fünf Milliarden Ju-Es-Dollar mehr eingesammelt wurden als beabsichtigt – also fünfundachtzig Milliarden Ju-Es-Dollar.

Das war ein sehr geschickter Schachzug von Alphabet, sich vor dem I-P-O-Reigen noch schnell ausreichend frisches Kapital zu beschaffen.

Quantencomputer-Spezialist Quantinuum ging diese Woche mit einer Bewertung von über vierzehn Milliarden Ju-Es-Dollar an die Börse.

So viel neue Ware – also Aktien – will finanziert sein.

Fondsmanager müssen verkaufen, um Platz im Depot zu schaffen. Und die naheliegendste Geldquelle sind ausgerechnet die Highflyer wie Nvidia.

Manch ein Profi hat bereits reagiert und in den erfolgreichsten Positionen Gewinne realisiert, um dem Verkaufsdruck zuvorzukommen.

Anthropic hat seine I-P-O-Unterlagen bereits vertraulich bei der S-E-C eingereicht – noch vor dem Rivalen OpenAI.

Beide KI-Giganten werden auf eine Marktkapitalisierung von jeweils knapp unter einer Billion Ju-Es-Dollar geschätzt.

Deren Aktien werden also zusätzlich zu dem kontinuierlichen SpaceX-Angebot Anleger suchen.

Und dann ist da noch der Kapitalbedarf der Betreiber von KI-Rechenzentren, wie wir bei Alphabet gesehen haben.

Google gehört zu den Hyperscalern, in deren KI-Rechenzentren die großen KI-Modelle laufen.

Google gilt als Cash-Maschine.

Ich habe während der bisherigen KI-Revolution immer wieder betont, dass die Hyperscaler die KI-Revolution aus dem Cashflow finanzieren.

Die Aktion von Alphabet räumt damit jedoch auf.

Selbst Google – das Unternehmen, dem das Geld aus den Ohren quillt – benötigt noch mehr Kapital für den Ausbau der KI-Infrastruktur.

Da können Sie davon ausgehen, dass auch die Hyperscaler Amazon und vielleicht sogar Microsoft schon bald frisches Kapital suchen.

Die Internetrallye zweitausend endete nicht, weil Anleger den Glauben an das Internet verloren, sondern weil so viele Internetunternehmen an die Börse kamen, dass es nicht mehr genügend Kapital gab, sie alle zu kaufen.

Erleben wir nun mit der KI-Rallye etwas Ähnliches? …

Der geopolitische Schleier – Iran, Öl und neue Zölle. …

Der Ju-Es-Iran-Krieg hält die Märkte weiter in Atem, wobei sich Waffenruhe-Hoffnung und Eskalation im Tagestakt abwechseln.

Israel und der Libanon verständigten sich auf eine Waffenruhe, doch die Hisbollah lehnte ab. Und die Gespräche zwischen Teheran und Washington scheinen zu stocken, auch wenn Präsident Trump das herunterspielt.

Die Drohkulisse rund um die Straße von Hormus trieb den Ölpreis wieder an.

Brent pendelte zwischen fünfundneunzig und achtundneunzig Ju-Es-Dollar pro Fass – ein Plus von drei Prozent.

Das belastet besonders energieintensive Branchen und die Luftfahrt, wo Treibstoffengpässe bereits zu Flugausfällen führen.

Hinzu kam ein neuer Anlauf von Trump an der Zollfront.

Er droht sechzig Volkswirtschaften – darunter der Europäischen Union – mit Zusatzzöllen zwischen zehn und zwölf Komma fünf Prozent, begründet mit angeblicher Zwangsarbeit.

Der Supreme Court hatte die früheren Zölle gekippt. Nun versucht Trump einen neuen Weg.

Brüssel weist die Vorwürfe als absurd zurück.

Dem DAX steht ein Umbau bevor.

Zum zweiundzwanzigsten Juni steigt Hochtief nach dreißig Jahren erstmals wieder in den DAX auf und verdrängt die Porsche SE.

Hochtief ist der deutsche KI-Profiteur schlechthin, denn der Konzern verdient kräftig am Bau von Rechenzentren in den USA.

Die Aktie hat sich binnen Jahresfrist fast verdreifacht.

Bei der Commerzbank erhöhte die UniCredit ihren Anteil auf vierunddreißig Komma vier Prozent und übersprang die Dreißig-Prozent-Schwelle bewusst, um sich das deutlich teurere Pflichtangebot zu ersparen.

Die Angebotsfrist läuft bis zum sechzehnten Juni. Die Übernahme gilt mittlerweile als nahezu sicher.

Rheinmetall machte einen großen Schritt zum reinen Rüstungskonzern.

Ein Rekordauftrag aus Rumänien über fünf Komma sieben Milliarden Euro und der Verkauf des Großteils der Kfz-Zuliefersparte an die Industrieholding Aequita für dreihundertfünfzig Millionen Euro markieren die Trennung vom Auto-Erbe.

Sorgenkind bleibt Bayer.

Der Glyphosat-Sammelvergleich über bis zu sieben Komma zwei fünf Milliarden Dollar wurde an ein Bundesgericht in San Francisco verwiesen, was als ungünstig gilt.

Die eigentliche Hoffnung ruht ohnehin auf dem Supreme Court, dessen Entscheidung bis Ende Juni erwartet wird.

Eine E-Y-Analyse zeigt, dass die Umsätze von Volkswagen, Mercedes und BMW im ersten Quartal um über vier Prozent sanken, während Stellantis und Renault um sechs Komma sieben Prozent, die Ju-Es-Hersteller um fünf Prozent und die japanischen um vier Komma drei Prozent zulegten.

Wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten und ein schleppender Hochlauf der Elektromobilität fordern ihren Tribut.

Die E-Z-B tagt nächste Woche.

Bei einer Inflation von drei Komma zwei Prozent in der Eurozone gehe ich davon aus, dass der Leitzins um null Komma zwei fünf Prozent angehoben wird.

In der Woche darauf folgt der erste Bericht der Ju-Es-Notenbank unter dem neuen Notenbankchef Kevin Warsh, der einen langsamen Zinssenkungspfad signalisiert hat.

Bei einer Ju-Es-Inflation von drei Komma acht Prozent – dem höchsten Wert seit Mai zweitausenddreiundzwanzig – und einem Leitzins von drei Komma fünf null bis drei Komma sieben fünf Prozent ist es noch zu früh für Zinssenkungen.

Doch ich würde erwarten, dass Warsh frühzeitig erste Zeichen aufgreifen wird, um eine Zinssenkung noch in diesem Jahr durchzuführen.

Der Bitcoin bricht diese Woche um fünfzehn Prozent ein.

Michael Saylors MicroStrategy verkaufte erstmals eine kleine Tranche und versetzt damit Anleger in Panik.

Gleichzeitig sind viele Techies im Bitcoin investiert.

Techies, die gerne auch am SpaceX-I-P-O teilnehmen wollen.

Und zusätzlich belastend kommt hinzu – wie Heibel-Ticker-Mitglieder wissen –, dass wir uns noch immer im Bitcoin-Winter befinden.

Erst im Herbst dürfte dieser enden.

Bis dahin bleibt die Kryptowährung unter Druck.

Derweil hat die Politik in Deutschland nun auch den Bitcoin als Finanzierungsquelle für ihre Spendierfreude entdeckt.

Die Spekulationsfrist von einem Jahr, wie sie auch beim Gold existiert, soll abgeschafft werden.

In Vorbereitung auf diesen Schachzug gibt es seit Jahresbeginn bereits europaweit die K-Y-C-Pflicht – Know Your Customer.

Anbieter von Bitcoin-Handelsplätzen müssen ihre Nutzer identifizieren.

Und ab dem ersten Juli müssen dann sogar alle On-Chain-Transaktionen gemeldet werden.

Ich war Befürworter der K-Y-C-Pflicht sowie auch der Meldung der Transaktionen, da ich für einen transparenten Bitcoin-Markt bin.

Ich verstehe aber nicht, warum ein Land mit den höchsten Steuersätzen das Sparen in Bitcoin besteuert, während das Sparen in Gold und in Häusern nach einer Frist steuerfrei ist.

Ich kann dahinter nur mangelndes Know-how oder maßlose Geldgier der Politik vermuten.

Schade. …

Beim Videocall wurde ich auf Circle Internet Group und Nebius angesprochen, und ich versprach, eine Analyse der beiden Aktien nachzureichen.

Circle ist längst nicht mehr die reine Krypto-Wette, als die das Unternehmen einst an die Börse kam.

Der Emittent des Stablecoins U-S-D-C mit rund siebenundsiebzig Milliarden Ju-Es-Dollar im Umlauf ist inzwischen der führende dollargedeckte Stablecoin.

Zusätzlich gibt es eine Zahlungsinfrastruktur, die sich gerade vom reinen Zinsgeschäft des Stablecoins löst.

Das erste Quartal hat das zugrunde liegende Dilemma schön illustriert.

Der Umsatz legte um zwanzig Prozent zu, blieb damit aber knapp unter den Erwartungen.

Nicht, weil das Geschäft schwächelt, sondern weil der Leitzins sank.

Die Reserveerträge – also die Zinsen auf die U-S-D-C-Deckung – sind die Haupteinnahmequelle und schmelzen mit jeder Zinssenkung.

Auf der anderen Seite überraschte das bereinigte E-B-I-T-D-A positiv.

Der U-S-D-C-Umlauf wuchs um achtundzwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Und das auf der Blockchain abgewickelte Transaktionsvolumen explodierte um rund zweihundertsechzig Prozent.

Circle hält damit achtzig Prozent des gesamten On-Chain-Marktes.

Im Wettbewerb hat U-S-D-C den Platzhirsch Tether erstmals seit zweitausendneunzehn überholt und kommt im Markt der Stablecoins nun auf rund vierundsechzig Prozent Marktanteil gegenüber dreißig Prozent bei Tether.

Die zweite Wachstumssäule sind Abos, Schnittstellen und Plattformdienste.

Diese Sparte hat sich gegenüber dem Vorjahr verfünfzehnfacht und soll zweitausendsechsundzwanzig zwischen einhundertfünfzig und einhundertsiebzig Millionen Ju-Es-Dollar Umsatz erreichen.

Dazu kommt die Fantasie rund um das institutionelle Arc-Netzwerk, dessen Vorverkauf bereits zweihundertzweiundzwanzig Millionen Ju-Es-Dollar einbrachte.

Es ermöglicht Zahlungen durch KI-Agenten, für die ein programmierbarer, rund um die Uhr verfügbarer U-S-D-C wie geschaffen ist.

Von in der Spitze fast dreihundert Ju-Es-Dollar ist die Aktie auf rund neunzig Ju-Es-Dollar abgestürzt.

Selbst das vorsichtigste Analystenkursziel liegt bei einhunderteins Dollar. Die optimistischen reichen bis einhundertfünfzig Dollar.

Die Aktie notiert damit unter der gesamten Spanne.

Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von knapp acht ist das für ein noch defizitäres Unternehmen kein Schnäppchen.

Gemessen an der Erwartung von über sechzig Prozent E-B-I-T-D-A-Marge und einem U-S-D-C-Umlauf von rund einhundertfünfzig Milliarden Dollar bis zweitausendachtundzwanzig aber auch keine Mondbewertung mehr.

Das größte Risiko ist und bleibt die Zinssensitivität.

Jede Zinssenkung knabbert unmittelbar am Ertrag.

Ein neuer Notenbankchef namens Kevin Warsh stellt also aus dieser Sicht Gegenwind für Circle dar.

Hinzu kommen hohe Vertriebskosten, vor allem die Gewinnbeteiligung an Coinbase, sowie offene Regulierungsfragen rund um den Genius Act und den Clarity Act.

Und ganz frisch drückt eine Meldung auf den Kurs, wonach Coinbase einer von Stripe, Visa und Mastercard gestützten Stablecoin-Plattform beitreten könnte.

Zwanzig Prozent erwartetes Gewinnwachstum pro Jahr werden mit einer E-V-zu-E-B-I-T-D-A-Bewertung von einunddreißig bewertet.

Das ist in Ordnung, aber vor dem Hintergrund rückläufiger Zinsen unter Warsh in meinen Augen nicht attraktiv genug, um jetzt schon zuzugreifen.

Ich würde noch ein paar Monate warten.

Dann passt das vielleicht auch in meine grundlegende Zyklus-Theorie für den Krypto-Bitcoin-Markt.

Nebius ist ein Anbieter von G-P-U-Rechenleistung für KI-Anwendungen.

Das Unternehmen baut in atemberaubendem Tempo KI-Rechenzentren auf und positioniert sich neben CoreWeave als skalierter Herausforderer der großen Cloud-Konzerne.

Seine Ankerkunden heißen Microsoft und Meta.

Für zweitausendsechsundzwanzig stehen Investitionen von zwanzig bis fünfundzwanzig Milliarden Ju-Es-Dollar im Plan.

Die Wachstumszahlen sind spektakulär.

Der Umsatz schoss im ersten Quartal um sechshundertvierundachtzig Prozent gegenüber dem Vorjahr nach oben.

Das Ziel für die angebundene Leistung wurde auf vier Gigawatt angehoben.

Die jährlich wiederkehrenden Erlöse – A-R-R – sollen bis zweitausendsechsundzwanzig von eins Komma zwei fünf auf neun Milliarden Ju-Es-Dollar springen.

Ein frisch unterzeichneter Meta-Vertrag ist mit zwölf Milliarden Ju-Es-Dollar dotiert und auf bis zu siebenundzwanzig Milliarden Ju-Es-Dollar erweiterbar.

Microsoft soll bis Anfang zweitausendsiebenundzwanzig angebunden sein.

Aus diesem operativen Hebel soll die E-B-I-T-D-A-Marge zum Jahresende zweitausendsechsundzwanzig in Richtung fünfzig Prozent klettern.

Nicht von ungefähr lobte Nvidia-Chef Jensen Huang das Unternehmen auf der Computex in den höchsten Tönen.

Dann kam der Funke, der das Pulverfass entzündete.

Der frühere OpenAI-Forscher Leopold Aschenbrenner stieg vor zehn Tagen mit seinem Fonds Situational Awareness als größter Aktionär mit fünf Komma sechs Prozent bei Nebius ein.

Die Aktie sprang nachbörslich zweistellig.

Und im Monat bis Anfang Juni summierte sich das Plus auf rund einundsechzig Prozent.

Auch die Meldung über milliardenschwere KI-Investitionen in Frankreich, an denen Nebius beteiligt ist, heizte die Fantasie weiter an.

Die Analystenkursziele liegen zwischen einhundertneunundfünfzig und zweihundertfünfundfünfzig Ju-Es-Dollar.

Aktuell notiert die Aktie mit zweihundertsechzig Ju-Es-Dollar darüber.

Das E-V-zu-E-B-I-T-D-A liegt bei abenteuerlichen vierundvierzig, wobei das Unternehmen noch auf Jahre Verluste schreiben wird.

Verluste aufgrund hoher Investitionen, die noch finanziert werden müssen.

Das E-B-I-T-D-A – also der Gewinn vor Investitionen – ist bereits positiv und wächst mit fünfzig bis sechzig Prozent pro Jahr.

So betrachtet ist die Aktie nicht zu teuer.

Damit ist Nebius sogar ein wenig günstiger bewertet als CoreWeave.

Allerdings hat Nebius auch noch nicht so viel Erfahrung wie CoreWeave.

Ich finde beide Aktien gut, bleibe aber auch hier zunächst an der Seitenlinie, da die I-P-Os und der Kapitalbedarf der KI-Rechenzentren in den kommenden Wochen auf die Kurse dieser Aktien drücken dürften.

Ich hoffe, die Einblicke heute waren hilfreich für Sie. –

Mehr Details finden Sie wie immer auf heibel-ticker Punkt d e. –

Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht. –

Und nächste Woche gibt es die nächste Folge. – Bis dahin. –