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Berichtssaison zeigt Konjunkturlage zwischen KI-Boom und Sorgen

Stephan Heibel Season 2026 Episode 17

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Die aktuelle Berichtssaison liefert tiefe Einblicke in den Zustand der Weltwirtschaft und zeigt ein gespaltenes Bild: Während KI-getriebene Geschäftsmodelle weiter für Dynamik sorgen, kämpfen klassische Industriebranchen mit schwacher Nachfrage und steigenden Kosten. US-Unternehmen wie IBM, 3M und American Express geben Hinweise auf eine robuste, aber differenzierte Konsumlage, während SAP in Deutschland mit Cloud, Automatisierung und KI punktet. Gleichzeitig offenbaren Unternehmen wie Beiersdorf erste Risse im Konsumverhalten. Auch der Blick nach Japan zeigt eine starke Börsenentwicklung, getragen von der KI-Lieferkette, trotz makroökonomischer Herausforderungen. Steigende Ölpreise und geopolitische Risiken erhöhen zusätzlich den Druck auf Märkte und Geldpolitik. Die Analyse ordnet Gewinner- und Verliererbranchen ein und zeigt, welche Trends die Aktienmärkte in den kommenden Wochen prägen könnten. 

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Moin aus Hamburg. –
 Willkommen beim Heibel-Ticker Podcast. Schön, dass Sie dabei sind. –
 Erfahrene Zuhörer, die das Intro schon kennen, können rund dreißig Sekunden vorspringen. –
 Für alle anderen – hier gibt’s für Privatanleger jede Woche den Überblick über die wichtigsten Themen unserer Heibel-Ticker-Ausgabe. Mit fundierten Marktanalysen und Börseneinschätzungen. –
 Gelesen von einer KI-generierten Stimme, die wir Schritt für Schritt optimieren, damit sie natürlicher klingt. –
 Da die Erstellung der Wochenausgabe freitags oft mehr als zehn Stunden dauert und meist bis in den Abend reicht, spare ich mir das anschließende Vorlesen. –
 So bleibt mehr Zeit für die Recherche und die inhaltliche Arbeit. –
 Und jetzt geht’s direkt in die aktuelle Ausgabe. –

– eins. Info-Kicker: Berichtssaison gibt Einblick in Konjunktur –

Liebe Börsenfreunde, –

Vielen Dank für die rege Teilnahme an der Wunschanalyse. –
 Microsoft wurde mit zweihundertsieben Stimmen guter Zweiter, vor der Deutschen Telekom mit einhundertdreiunddreißig Stimmen sowie dem Maschinenbauer Aixtron mit zweiundachtzig und A-B-B mit neunundsiebzig Stimmen. –
 Gewonnen hat mit zweihunderteinundfünfzig Stimmen … Tataa … Siemens Energy. –

Und da steckt viel drin. –
 Die Windsparte Gamesa verdeckte viel zu lange die erfolgreiche Entwicklung des Gasturbinengeschäfts. –
 So schießt die Aktie seit zwei Jahren nach oben – wie keine andere DAX-Aktie. –
 In Kapitel sechs schaue ich mir an, wie weit diese Rallye noch tragen kann. –

Zunächst schauen wir uns in Kapitel zwei die wichtigsten Quartalszahlen dieser Woche an. –
 I-B-M, Drei-M und American Express geben einen Einblick in die Ju-Es-Konjunktur. –
 S-A-P und Beiersdorf zeigen die Verfassung in Deutschland auf. –
 Es zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen KI-Revolution und Konjunktursorgen in der Industrie. –

Die heutige Sentiment-Analyse bringt einen augenscheinlichen Widerspruch zwischen unserem Umfrageergebnis und „gemessenen“ technischen Indikatoren zutage. –
 Wir können daraus wichtige Schlussfolgerungen für die Erwartung an die Aktienmärkte in den kommenden Wochen ableiten. –
 Welche, das lesen Sie in Kapitel drei. –

Apples C-E-O Tim Cook gab diese Woche seinen Nachfolger bekannt. –
 Außerdem zog die Rallye-Karawane der KI-Revolution von Speicher über Energie und Maschinen nun zur guten alten C-P-U weiter. –
 A-R-M Holding und Intel machen Schlagzeilen, die ich Ihnen in Kapitel vier erkläre. –

Auch Boeing legte diese Woche Q-Zahlen vor. –
 Meine Einordnung der Zahlen lesen Sie im Update dieser Woche in Kapitel fünf. –

Und einen kurzen Zwischenstand über mein OpenClaw-Projekt namens Kai für Finanzen gebe ich interessierten Mitgliedern in Kapitel sieben. –

Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker-Portfolio in Kapitel acht. –

– zwei. So tickt die Börse: Stagflationsangst neben KI-Euphorie –

Die Weltwirtschaft läuft nicht rund – aber sie läuft. –
 Öl, Zinsen, geopolitische Risiken und schwache europäische Konjunkturdaten auf der einen Seite … robuste Ju-Es-Konsumenten und eine anhaltende KI-Euphorie sowie Unternehmen, die mit Kostendisziplin wieder gute Ergebnisse erzielen, auf der anderen Seite. –

In den Ju-Es-A lieferten diese Woche Drei-M, I-B-M, Boeing und American Express Q-Zahlen. –
 Drei-M wächst zwar nur moderat, zeigt aber nach Jahren der Restrukturierung – also Kosteneinsparungen – wieder eine ordentliche Gewinnmarge. –
 Die Industrie befindet sich damit noch nicht im Bullenmarkt, aber Drei-M zeigt: Wer Kosten im Griff hat und sein Portfolio bereinigt, kann auch in einem zähen Umfeld ordentlich verdienen. –
 Doch die Bilanz und die Analystenerwartungen zeigen: Das Geschäft bleibt zäh. –
 Mehr als ein einmaliger Gewinnsprung ist das bislang leider nicht – der Umsatz stagniert nahezu. –

I-B-M lieferte solide Zahlen, die Aktie reagierte jedoch schwach. –
 Das Problem liegt weniger im aktuellen Quartal als in der Frage, ob KI für I-B-M wirklich Rückenwind bedeutet oder Teile des klassischen Software- und Beratungsgeschäfts angreift. –
 Wir kennen diese Trennlinie im Technologiesektor bereits. –
 Nicht jede Firma, die „KI“ sagt, profitiert automatisch davon. –
 Entscheidend ist, ob KI zusätzliche Umsätze schafft oder bestehende Erlösmodelle kannibalisiert. –
 Bei I-B-M vermuten Anleger bislang Letzteres und setzen daher ein niedrigeres Bewertungsniveau an – E-V durch E-B-I-T-D-A dreizehn – statt im Durchschnitt sechzehn in den vergangenen zwei Jahren. –

Bei I-B-M kommt der Sonderfall hinzu, dass viele Anwendungen noch immer auf alten Programmiersprachen wie Cobol oder Fortran basieren, die heute kaum noch jemand beherrscht. –
 Die Systeme sind komplex, und wer sie ablösen möchte, darf wirklich nichts an Querverbindungen und Abhängigkeiten übersehen. –
 Viele dieser uralten Programme werden im Bankensektor eingesetzt – und dort kann man sich Fehler schon gar nicht erlauben. –
 Mit Hilfe von KI könnten diese alten Programme nun abgelöst werden … und I-B-M dadurch eine lukrative Einnahmequelle verlieren – nämlich die Wartung dieser Systeme. –

Zu Recht? – Für Anleger ist das egal. –
 Allein schon die theoretische Möglichkeit hilft den I-B-M-Kunden, bei den nächsten Preisverhandlungen härter aufzutreten. –
 Die Alt-Systeme sind nicht mehr alternativlos – auch wenn die Ablösung selbst mit KI noch immer nicht trivial ist. –

I-B-M könnte fast schon eine Dividendenaktie sein. –
 Doch das Unternehmen schüttet kontinuierlich fast den gesamten Gewinn aus – achtundneunzig Prozent – und bietet trotz der hohen Ausschüttungsquote nur eine Dividendenrendite von zwei Komma acht Prozent. –

Die Q-Zahlen von American Express waren der vielleicht stärkste Indikator für die Verfassung der Ju-Es-Konjunktur. –
 Der Ju-Es-Konsument gibt weiter Geld aus, reist weiter und zahlt seine Kartenrechnungen. –
 Das betrifft zumindest die wohlhabenden Amerikaner, da American Express gerade diese zu seinen Kunden zählt. –
 Das ist eine gute Nachricht für Luxus, Reisen und hochwertige Dienstleistungen – für den breiten Massenkonsum aber nur eingeschränkt beruhigend. –

Im DAX stachen diese Woche vor allem S-A-P und Beiersdorf hervor. –
 S-A-P bleibt das deutsche Paradebeispiel für ein Geschäftsmodell, das sich von der schwachen Industriekonjunktur abkoppeln kann. –
 Cloud, Automatisierung und KI sind genau die Themen, die Unternehmen in unsicheren Zeiten nachfragen, weil sie Effizienz versprechen. –
 Während die deutsche Wirtschaft unter schwacher Stimmung, hohen Kosten und geopolitischer Unsicherheit leidet, verkauft S-A-P gewissermaßen das Gegenmittel – mehr Produktivität. –

Damit kann sich S-A-P von der klassischen Softwarebranche lösen. –
 ServiceNow, Adobe, Salesforce und Intuit standen diese Woche allesamt unter Druck. –
 Insbesondere die Zahlen von ServiceNow – gestern minus siebzehn Prozent – konnten nicht überzeugen. –
 Hier gilt, genau wie bei I-B-M: Allein die Möglichkeit, dass KI wettbewerbsfähige Softwarelösungen erstellen kann, hilft den Kunden bei Preisverhandlungen. –
 Und seien wir ehrlich: Die gigantischen Softwarelösungen vieler Anbieter werden von den meisten Kunden gar nicht vollständig genutzt. –
 Schlankere Eigenentwicklungen würden oft schon den Großteil der Anwendungsfälle abdecken. –

Und genau in diesem Punkt kann sich S-A-P von diesem destruktiven Softwaretrend lösen. –
 Wir hatten das vor zwei Wochen in der Wunschanalyse herausgearbeitet. –
 S-A-P ist wie kein zweites Softwareunternehmen in der globalen Unternehmenswelt vernetzt. –
 Insbesondere bei der Konsolidierung von Geschäftszahlen aus internationalem Geschäft – aber auch bei Übernahmen und Fusionen – hat es großen Wert, wenn alle Daten auf einer gemeinsamen Struktur basieren. –

Daher gelingt es S-A-P heute, im Gegensatz zu vielen anderen Softwareaktien, einen großen Teil des erlittenen Wochenverlustes wieder auszugleichen. –

Beiersdorf zeigte dagegen die feineren Risse im Konsum. –
 Hautprodukte wie Eucerin laufen weiter stark. –
 Nivea hatte Gegenwind. –
 Und La Prairie leidet unter dem schwächeren Luxus- und Reisegeschäft. –
 Das bestätigt: Konsum ist nicht gleich Konsum. –
 Gesundheit, Hautpflege und medizinisch geprägte Pflege bleiben gefragt. –
 Klassische Massenmarken müssen stärker um Kaufkraft kämpfen. –
 Und Luxus hängt bei Beiersdorf schon lange nicht mehr nur an der heimischen Kundschaft, sondern vor allem an China und dem Reisehandel. –

Japan war in dieser Woche weniger durch veröffentlichte Zahlen als durch Erwartungen geprägt. –
 Die Berichtssaison beginnt dort erst nächste Woche. –
 Dennoch zeigt die starke Aktienmarktperformance – der Nikkei zwei zwei fünf seit Jahresbeginn plus achtzehn Komma sechs Prozent – dass die KI-Lieferkette bereits heiß gehandelt wird. –
 Advantest, Tokyo Electron, Murata, Hitachi und andere stehen für Halbleiter, Testsysteme, Automatisierung, Stromnetze und Industrieelektronik. –
 Genau die Bereiche also, die vom Ausbau der Rechenzentren profitieren. –

Gleichzeitig zeigt Japan, dass der schwache Yen den Exporteuren hilft – Importe jedoch verteuert. –
 Das hält den Inflationsdruck hoch. –
 Komatsu und andere zyklische Industriewerte müssen sich mit vorsichtigeren Investitionsentscheidungen, höheren Kosten und Handelsrisiken auseinandersetzen. –
 Der japanische Markt steigt also nicht, weil alles gut ist … sondern weil die großen Gewinnerbranchen derzeit schwer genug wiegen, um die Sorgen zu überdecken. –

Der Ölpreis zog diese Woche erneut deutlich an. –
 Die Straße von Hormus rückte wieder in den Fokus. –
 Energie wird damit zum Unsicherheitsfaktor – nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Margen, Frachtraten und die Notenbankpolitik. –
 Wenn Öl teurer wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen. –

Konjunkturell ergibt sich daraus ein unangenehmes Bild. –
 Die Ju-Es-A wachsen noch – aber mit steigenden Preisen. –
 Deutschland schwächelt, und die Stimmung in der Industrie ist schlecht. –
 Japan profitiert von Technologie und Währung, kämpft aber ebenfalls mit Importpreisen. –

Das ist kein klassisches Rezessionsumfeld … aber auch kein sauberer Aufschwung. –
 KI, Cloud, Stromnetze, Halbleiterausrüstung, Verteidigung und ausgewählte Premium-Konsumtitel liefen diese Woche gut. –
 Chemie, klassische Industrie, Software, energieintensive Geschäftsmodelle und zinssensitive Konsumwerte standen hingegen unter Druck. –

Nun wünsche ich eine anregende Lektüre. –

Take share, Ihr Börsenschreibel. –

Stephan Heibel. –

Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs. –

Ich hoffe, die Einblicke heute waren hilfreich für Sie. –
 Mehr Details finden Sie wie immer auf heibel-ticker Punkt d e. –
 Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht. –
 Und nächste Woche gibt’s die nächste Folge – bis dahin. –