Moin aus Hamburg. –
Willkommen beim Heibel-Ticker Podcast. Schön, dass Sie dabei sind. –
Erfahrene Zuhörer, die das Intro schon kennen, können rund dreißig Sekunden vorspringen. –
Für alle anderen – hier gibt’s für Privatanleger jede Woche den Überblick über die wichtigsten Themen unserer Heibel-Ticker-Ausgabe. Mit fundierten Marktanalysen und Börseneinschätzungen. –
Gelesen von einer KI-generierten Stimme, die wir Schritt für Schritt optimieren, damit sie natürlicher klingt. –
Da die Erstellung der Wochenausgabe freitags oft mehr als zehn Stunden dauert und meist bis in den Abend reicht, spare ich mir das anschließende Vorlesen. –
So bleibt mehr Zeit für die Recherche und die inhaltliche Arbeit. –
Und jetzt geht’s direkt in die aktuelle Ausgabe. –
– eins. Info-Kicker: Berichtssaison gibt Einblick in Konjunktur –
Liebe Börsenfreunde, –
Vielen Dank für die rege Teilnahme an der Wunschanalyse. –
Microsoft wurde mit zweihundertsieben Stimmen guter Zweiter, vor der Deutschen Telekom mit einhundertdreiunddreißig Stimmen sowie dem Maschinenbauer Aixtron mit zweiundachtzig und A-B-B mit neunundsiebzig Stimmen. –
Gewonnen hat mit zweihunderteinundfünfzig Stimmen … Tataa … Siemens Energy. –
Und da steckt viel drin. –
Die Windsparte Gamesa verdeckte viel zu lange die erfolgreiche Entwicklung des Gasturbinengeschäfts. –
So schießt die Aktie seit zwei Jahren nach oben – wie keine andere DAX-Aktie. –
In Kapitel sechs schaue ich mir an, wie weit diese Rallye noch tragen kann. –
Zunächst schauen wir uns in Kapitel zwei die wichtigsten Quartalszahlen dieser Woche an. –
I-B-M, Drei-M und American Express geben einen Einblick in die Ju-Es-Konjunktur. –
S-A-P und Beiersdorf zeigen die Verfassung in Deutschland auf. –
Es zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen KI-Revolution und Konjunktursorgen in der Industrie. –
Die heutige Sentiment-Analyse bringt einen augenscheinlichen Widerspruch zwischen unserem Umfrageergebnis und „gemessenen“ technischen Indikatoren zutage. –
Wir können daraus wichtige Schlussfolgerungen für die Erwartung an die Aktienmärkte in den kommenden Wochen ableiten. –
Welche, das lesen Sie in Kapitel drei. –
Apples C-E-O Tim Cook gab diese Woche seinen Nachfolger bekannt. –
Außerdem zog die Rallye-Karawane der KI-Revolution von Speicher über Energie und Maschinen nun zur guten alten C-P-U weiter. –
A-R-M Holding und Intel machen Schlagzeilen, die ich Ihnen in Kapitel vier erkläre. –
Auch Boeing legte diese Woche Q-Zahlen vor. –
Meine Einordnung der Zahlen lesen Sie im Update dieser Woche in Kapitel fünf. –
Und einen kurzen Zwischenstand über mein OpenClaw-Projekt namens Kai für Finanzen gebe ich interessierten Mitgliedern in Kapitel sieben. –
Wie immer gibt es eine tabellarische Übersicht über unser Heibel-Ticker-Portfolio in Kapitel acht. –
– zwei. So tickt die Börse: Stagflationsangst neben KI-Euphorie –
Die Weltwirtschaft läuft nicht rund – aber sie läuft. –
Öl, Zinsen, geopolitische Risiken und schwache europäische Konjunkturdaten auf der einen Seite … robuste Ju-Es-Konsumenten und eine anhaltende KI-Euphorie sowie Unternehmen, die mit Kostendisziplin wieder gute Ergebnisse erzielen, auf der anderen Seite. –
In den Ju-Es-A lieferten diese Woche Drei-M, I-B-M, Boeing und American Express Q-Zahlen. –
Drei-M wächst zwar nur moderat, zeigt aber nach Jahren der Restrukturierung – also Kosteneinsparungen – wieder eine ordentliche Gewinnmarge. –
Die Industrie befindet sich damit noch nicht im Bullenmarkt, aber Drei-M zeigt: Wer Kosten im Griff hat und sein Portfolio bereinigt, kann auch in einem zähen Umfeld ordentlich verdienen. –
Doch die Bilanz und die Analystenerwartungen zeigen: Das Geschäft bleibt zäh. –
Mehr als ein einmaliger Gewinnsprung ist das bislang leider nicht – der Umsatz stagniert nahezu. –
I-B-M lieferte solide Zahlen, die Aktie reagierte jedoch schwach. –
Das Problem liegt weniger im aktuellen Quartal als in der Frage, ob KI für I-B-M wirklich Rückenwind bedeutet oder Teile des klassischen Software- und Beratungsgeschäfts angreift. –
Wir kennen diese Trennlinie im Technologiesektor bereits. –
Nicht jede Firma, die „KI“ sagt, profitiert automatisch davon. –
Entscheidend ist, ob KI zusätzliche Umsätze schafft oder bestehende Erlösmodelle kannibalisiert. –
Bei I-B-M vermuten Anleger bislang Letzteres und setzen daher ein niedrigeres Bewertungsniveau an – E-V durch E-B-I-T-D-A dreizehn – statt im Durchschnitt sechzehn in den vergangenen zwei Jahren. –
Bei I-B-M kommt der Sonderfall hinzu, dass viele Anwendungen noch immer auf alten Programmiersprachen wie Cobol oder Fortran basieren, die heute kaum noch jemand beherrscht. –
Die Systeme sind komplex, und wer sie ablösen möchte, darf wirklich nichts an Querverbindungen und Abhängigkeiten übersehen. –
Viele dieser uralten Programme werden im Bankensektor eingesetzt – und dort kann man sich Fehler schon gar nicht erlauben. –
Mit Hilfe von KI könnten diese alten Programme nun abgelöst werden … und I-B-M dadurch eine lukrative Einnahmequelle verlieren – nämlich die Wartung dieser Systeme. –
Zu Recht? – Für Anleger ist das egal. –
Allein schon die theoretische Möglichkeit hilft den I-B-M-Kunden, bei den nächsten Preisverhandlungen härter aufzutreten. –
Die Alt-Systeme sind nicht mehr alternativlos – auch wenn die Ablösung selbst mit KI noch immer nicht trivial ist. –
I-B-M könnte fast schon eine Dividendenaktie sein. –
Doch das Unternehmen schüttet kontinuierlich fast den gesamten Gewinn aus – achtundneunzig Prozent – und bietet trotz der hohen Ausschüttungsquote nur eine Dividendenrendite von zwei Komma acht Prozent. –
Die Q-Zahlen von American Express waren der vielleicht stärkste Indikator für die Verfassung der Ju-Es-Konjunktur. –
Der Ju-Es-Konsument gibt weiter Geld aus, reist weiter und zahlt seine Kartenrechnungen. –
Das betrifft zumindest die wohlhabenden Amerikaner, da American Express gerade diese zu seinen Kunden zählt. –
Das ist eine gute Nachricht für Luxus, Reisen und hochwertige Dienstleistungen – für den breiten Massenkonsum aber nur eingeschränkt beruhigend. –
Im DAX stachen diese Woche vor allem S-A-P und Beiersdorf hervor. –
S-A-P bleibt das deutsche Paradebeispiel für ein Geschäftsmodell, das sich von der schwachen Industriekonjunktur abkoppeln kann. –
Cloud, Automatisierung und KI sind genau die Themen, die Unternehmen in unsicheren Zeiten nachfragen, weil sie Effizienz versprechen. –
Während die deutsche Wirtschaft unter schwacher Stimmung, hohen Kosten und geopolitischer Unsicherheit leidet, verkauft S-A-P gewissermaßen das Gegenmittel – mehr Produktivität. –
Damit kann sich S-A-P von der klassischen Softwarebranche lösen. –
ServiceNow, Adobe, Salesforce und Intuit standen diese Woche allesamt unter Druck. –
Insbesondere die Zahlen von ServiceNow – gestern minus siebzehn Prozent – konnten nicht überzeugen. –
Hier gilt, genau wie bei I-B-M: Allein die Möglichkeit, dass KI wettbewerbsfähige Softwarelösungen erstellen kann, hilft den Kunden bei Preisverhandlungen. –
Und seien wir ehrlich: Die gigantischen Softwarelösungen vieler Anbieter werden von den meisten Kunden gar nicht vollständig genutzt. –
Schlankere Eigenentwicklungen würden oft schon den Großteil der Anwendungsfälle abdecken. –
Und genau in diesem Punkt kann sich S-A-P von diesem destruktiven Softwaretrend lösen. –
Wir hatten das vor zwei Wochen in der Wunschanalyse herausgearbeitet. –
S-A-P ist wie kein zweites Softwareunternehmen in der globalen Unternehmenswelt vernetzt. –
Insbesondere bei der Konsolidierung von Geschäftszahlen aus internationalem Geschäft – aber auch bei Übernahmen und Fusionen – hat es großen Wert, wenn alle Daten auf einer gemeinsamen Struktur basieren. –
Daher gelingt es S-A-P heute, im Gegensatz zu vielen anderen Softwareaktien, einen großen Teil des erlittenen Wochenverlustes wieder auszugleichen. –
Beiersdorf zeigte dagegen die feineren Risse im Konsum. –
Hautprodukte wie Eucerin laufen weiter stark. –
Nivea hatte Gegenwind. –
Und La Prairie leidet unter dem schwächeren Luxus- und Reisegeschäft. –
Das bestätigt: Konsum ist nicht gleich Konsum. –
Gesundheit, Hautpflege und medizinisch geprägte Pflege bleiben gefragt. –
Klassische Massenmarken müssen stärker um Kaufkraft kämpfen. –
Und Luxus hängt bei Beiersdorf schon lange nicht mehr nur an der heimischen Kundschaft, sondern vor allem an China und dem Reisehandel. –
Japan war in dieser Woche weniger durch veröffentlichte Zahlen als durch Erwartungen geprägt. –
Die Berichtssaison beginnt dort erst nächste Woche. –
Dennoch zeigt die starke Aktienmarktperformance – der Nikkei zwei zwei fünf seit Jahresbeginn plus achtzehn Komma sechs Prozent – dass die KI-Lieferkette bereits heiß gehandelt wird. –
Advantest, Tokyo Electron, Murata, Hitachi und andere stehen für Halbleiter, Testsysteme, Automatisierung, Stromnetze und Industrieelektronik. –
Genau die Bereiche also, die vom Ausbau der Rechenzentren profitieren. –
Gleichzeitig zeigt Japan, dass der schwache Yen den Exporteuren hilft – Importe jedoch verteuert. –
Das hält den Inflationsdruck hoch. –
Komatsu und andere zyklische Industriewerte müssen sich mit vorsichtigeren Investitionsentscheidungen, höheren Kosten und Handelsrisiken auseinandersetzen. –
Der japanische Markt steigt also nicht, weil alles gut ist … sondern weil die großen Gewinnerbranchen derzeit schwer genug wiegen, um die Sorgen zu überdecken. –
Der Ölpreis zog diese Woche erneut deutlich an. –
Die Straße von Hormus rückte wieder in den Fokus. –
Energie wird damit zum Unsicherheitsfaktor – nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Margen, Frachtraten und die Notenbankpolitik. –
Wenn Öl teurer wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen. –
Konjunkturell ergibt sich daraus ein unangenehmes Bild. –
Die Ju-Es-A wachsen noch – aber mit steigenden Preisen. –
Deutschland schwächelt, und die Stimmung in der Industrie ist schlecht. –
Japan profitiert von Technologie und Währung, kämpft aber ebenfalls mit Importpreisen. –
Das ist kein klassisches Rezessionsumfeld … aber auch kein sauberer Aufschwung. –
KI, Cloud, Stromnetze, Halbleiterausrüstung, Verteidigung und ausgewählte Premium-Konsumtitel liefen diese Woche gut. –
Chemie, klassische Industrie, Software, energieintensive Geschäftsmodelle und zinssensitive Konsumwerte standen hingegen unter Druck. –
Nun wünsche ich eine anregende Lektüre. –
Take share, Ihr Börsenschreibel. –
Stephan Heibel. –
Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs. –
Ich hoffe, die Einblicke heute waren hilfreich für Sie. –
Mehr Details finden Sie wie immer auf heibel-ticker Punkt d e. –
Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, freue ich mich über Ihre Nachricht. –
Und nächste Woche gibt’s die nächste Folge – bis dahin. –